23.10.2010
Frühlingsgefühle
Sie entfachte das Streichholz und zündete ihre Zigarette an. Sie inhalierte. Oh ja. Der Rauch durchfuhr ihren Körper. Sie atmete aus. Es war wieder Frühling geworden und die Sonne lachte am Himmel. Sie lehnte sich zurück. Sie saß im Park und ließ die Welt um sich herum passieren. Wieder setzte sie die Kippe an und atmete ein. Tief. Beruhigend. Die Sonne strahlte ihr ins Gesicht und unwillkürlich musste sie lächeln. Sie atmete aus. Alles war gut. In dem Moment hatte sie keine Sorgen. Der lange, eiskalte und vom Schnee bedeckte Winter war vorbei und schon bald wäre Sommer. Sie sog erneut den Rauch ein. Sommer war schön, wenn es warm war. Ausatmen. Im Sommer hatten alle bessere Laune und die verdammte Welt war für einen Moment in Ordnung. So wie jetzt. Warum war das so? Inhalieren. Entspannen. Es war als würde der Sommer die Farben und die Lust am Leben zurück bringen, die der Winter mitgenommen hatte. Bald war es wieder so weit, freute sie sich. Sie stand auf und schlenderte den kleinen Weg entlang und rauchte weiter. Solche Momente brauchte sie, damit es ihr gut ging und sie ihr verdammtes Leben überleben konnte bis sie alt und runzlig war. Sie stand vor dem Haus ihrer Eltern. Öffnete die Tür und ihr Lächeln verschwand, wie immer, wenn sie nach Hause kam. Bis hier hin würden essen Sommer und Frühling nicht bringen... Niemals.
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